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schwarzen Steinen spielend den ersten Zug machte. Staunton legte einen fulminanten Start hin und siegte in den ersten zwölf Partien neun mal (1., 2., 4., 5., 6., 7., 8., 10. und 12. Partie). Der Kampf schien bereits nach Beendigung der 12. Partie am 5. Dezember 1843 eine gewisse Vorentscheidung gefunden zu haben. Eine bedrückende Stille hatte im Café de la Régence unter den französischen Schachfreunden um sich gegriffen. Saint-Amant schildert recht anschaulich, wie er, niedergeschlagen und traurig, durch die Straßen von Paris nach Hause lief und dabei ängstlich zu vermeiden suchte, von gutmeinenden, anteilnehmenden Schachfreunden mit den allgegenwärtigen Worten „Na, wie steht’s denn im Kampf?" angesprochen zu werden. Doch Saint-Amant bewies Stehvermögen. Es gelang ihm, in der zweiten Hälfte des Kampfes die Situation ausgeglichener zu gestalten und nach einem Rückstand von 9:2 beim Stande von zwölf Partien, noch auf 10:6 (nach der 20. Partie) heranzukommen. Die 21. Partie am 20. Dezember 1843 brachte schließlich einen erneuten Sieg Stauntons, der damit den Kampf für sich entscheiden konnte.

Der große Schachkampf zwischen Herrn Staunton (England) und Herrn Saint-Amant (Frankreich)
XIX. Partie vom 16. Dezember 1843 (Nach dem 66. Zug von Weiß)
Lithografie von Laemlein nach einem Gemälde von Marlet

Klicken Sie auf das Bild, um die Partie nachspielen zu können.

Es spricht für die Organisation des Kampfes durch die Franzosen, daß der Wettkampf trotz der wegen der Primordialität des Ereignisses gänzlich fehlenden Erfahrungen und der rhetorisch von den Lagern beider Seiten angeheizten Atmosphäre, ohne größere Streitfälle oder Dissonanzen durchgeführt werden konnte. Diese überwogen jedoch nach dem Treffen, so daß ein Rückkampf zwischen den beiden Spielern nie mehr zustande kommen sollte. Staunton erkrankte während eines zweiten Besuches in Paris Ende des Jahres 1844, bei dem ein Rückkampf durchaus im Bereich des Möglichen gelegen zu haben scheint, an einer im prä-antibiotischen Zeitalter noch lebensgefährlichen Pneumonie und mußte nach England zurückkehren. Er scheint davon eine lebenslängliche Herzschädigung zurückbehalten zu haben.

Mit dem Zeichner und Maler Jean Henri Marlet (1770-1847), der ein alter Bekannter und Konsument der Weine von Saint-Amant war, schloß Saint-Amant einen Kontrakt, in dem Marlet sich verpflichtete, von dem Treffen der beiden Schachspieler im Cercle des Echecs ein Ölbild zu erstellen. Bereits 1841 hatte Marlet ein Gemälde von de la Bourdonnais erstellt. Nachdem ihm die Erlaubnis erteilt worden war, erschien Marlet zu diesem Zweck im Spielsaal und fertigte erste Studien und Skizzen sowohl von den Spielern als auch den anwesenden Zuschauern und Helfern an. Darüberhinaus hatte Marlet nach Beendigung des Kampfes sukzessive alle die zur Abbildung vorgesehenen Personen in Einzel-Seancen porträtiert, wodurch die allseits gerühmte Genauigkeit des Gemäldes erklärt wird. Alphonse Delannoy (1806-1883) hat das von Marlet gefertigte Ölgemälde und viele der darin abgebildeten Personen

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